Autorin: Sophie Jupe

Datum: 16.02.2019
Kategorie: Online Business
Lesezeit: 12 min
Videolänge: –

Autorin: Sophie Jupe

Datum: 16.02.2019
Kategorie: Online Business
Lesezeit: 12 min
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Online Business gründen –
Diese 7 Schritte solltest du nicht vergessen.

Viele von uns haben eine sehr gute Schulbildung genossen. Doch die wenigsten von uns haben dort gelernt, wie man ein Business gründet und was man beim Start alles beachten muss.

Das führt dazu, dass wir uns schier erschlagen fühlen von den ganzen Informationen und Regularien die auf uns einprasseln, wenn wir Google mit ein paar Fragen zu füttern. 

“Wie melde ich mein Unternehmen an?”, “Welche Rechtsform ist die richtige für mich?”, “Was zum Teufel ist die Kleinunternehmerregelung?”, “Wie viel Umsatz muss ich erwirtschaften, um von meiner Selbständigkeit leben zu können?”… 

Die Fragen werden oft nicht weniger, sonder mehr. 

Kennst du das auch? Du musst den Kopf nicht in den Sand stecken. 

In diesem Beitrag gebe ich dir kurz, knackig und verständlich einen Überblick über die wichtigsten Dinge, die du beachten musst, bevor du dein Business gründest. 

Organisatorische Fragen und Themen sind das Letzte, was dich von deinem Traum der Selbständigkeit abhalten sollten. Daher zeige ich dir heute, wie du diese Themen entspannt und mit Plan über die Bühne bekommst.

#1 Was willst du anbieten?

Der erste Schritt ist einfach. Die Vorarbeit hast du meistens schon erledigt. Hier geht es um dein Angebot. Welche Produkte oder Dienstleistungen möchtest du verkaufen? Darüber solltest du dir auf jeden Fall im Klaren sein, bevor du auch nur an die nächsten Schritte denkst. Denn die Antwort auf diese Frage ist die absolute Basis.
In diesem Schritt geht es nicht um deine Positionierung am Markt, auch wenn dieses Thema sehr wichtig ist. Es geht um all die Institutionen, die von dir wissen möchten, was genau du im Rahmen deiner Selbständigkeit machen möchtest. Dazu gehören Gewerbeamt, Finanzamt aber auch die IHK oder HWK. 

Überlege dir also ganz genau welche Produkte und Leistungen du in deinem Portfolio hast und auch in naher Zukunft haben wirst. Schreibe sie auf. Dann bist du bereit für den zweiten Schritt. 

#2 Haupterwerb oder Nebenerwerb?

Wenn du ein Business gründen willst, dann stellt sich schnell die Frage, ob du das im Nebenerwerb oder im Haupterwerb starten willst. 

Diese zwei Wörter klingen sehr fachlich. Bedeuten jedoch einfach nur folgendes: Springst du voll und ganz in deine Selbständigkeit (Haupterwerb) oder gründest du dein Business neben deinem Hauptberuf, Studium etc. (Nebenerwerb)? 

Ein Business zu gründen bzw. eine selbständige Tätigkeit im Nebenerwerb zu starten ist nicht kompliziert. Beachte aber bitte folgendes. 

Besteht dein Haupterwerb aus einem Angestelltenverhältnis, dann bist du meistens verpflichtet, deinen Arbeitgeber um Erlaubnis zu fragen. Dieser hat ein Interesse daran, dass du deine Arbeitskraft voll und ganz ihm und seinem Unternehmen zur Verfügung stellst.

Besonders wenn du mit deiner selbständigen Tätigkeit in Wettbewerb zu ihm gehen solltest, darfst du das Gespräch ganz offen und ehrlich führen. 

Im Zweifelsfall kann das Verheimlichen deiner nebenberuflichen Selbständigkeit ernste Konsequenzen bis zur Abmahnung oder Verlust deines Arbeitsplatzes nach sich ziehen.

#3 Was zum Teufel ist die Kleinunternehmerregelung?

Während einer wilden Recherche auf Google, meist um Antworten auf Fragen rund um das gründen der eigenen Selbständigkeit zu finden, stößt man schnell auf folgenden Begriff: die Kleinunternehmerregelung.

Doch was ist das eigentlich genau? Auch wenn die Vermutung schnell aufkommt, so hat dieser Begriff nichts damit zu tun, welche Rechtsform du wählst oder ob du deine Unternehmen im Haupt- oder im Nebenerwerb gründest. 

Die Kleinunternehmerregelung ist eine steuerliche Regelung des Finanzamtes und betrifft den Umgang deines Unternehmens mit der Umsatzsteuer. 

Um es einfach zu halten: Es geht es um die Frage, ob du auf deinen Rechnungen die Umsatzsteuer ausweist und anschließend an das Finanzamt abführst oder eben nicht.

Doch beginnen wir von vorn. Die Kleinunternehmerregelung soll Unternehmen mit geringem Umsatz das Leben leichter machen. Sie kann grundsätzlich unabhängig von der Rechtsform in Anspruch genommen werden auch wenn sie nicht für jedes Unternehmen und jede Rechtsform auch sinnvoll ist.

Um diese Regelung in Anspruch nehmen zu können, müssen zwei zentrale Voraussetzungen erfüllt sein. Du darfst als Gründer im Jahr der Gründung einen Umsatz von maximal 17.500 € (gerechnet auf 12 Monate) und im Folgejahr maximal einen Umsatz von voraussichtlich 50.000 € erwirtschaften. 

Erfüllst du diese Voraussetzungen und entscheidest du dich für die Kleinunternehmerregelung, dann weist du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und musst sie daher auch nicht an das Finanzamt abführen. Deine Rechnungen werden also Brutto = Netto geschrieben. Allerdings darfst du dann von den Rechnungen, die du erhältst auch keine Vorsteuer geltend machen. 

Während Unternehmen mit der Regelbesteuerung die ausgewiesene Umsatzsteuer auf allen einkommenden Rechnungen vom Finanzamt erstattet bekommen, musst du darauf bei der Kleinunternehmerregelung verzichten.

Dafür musst du aber auch keine Umsatzsteuervoranmeldungen erstellen, welche bei der Regelbesteuerung monatlich oder quartalsweise an das Finanzamt zu übermitteln sind.

Nach Gründung deines Unternehmens beim Gewerbeamt oder Finanzamt, bekommst du vom Finanzamt den steuerlichen Erfassungsbogen zugeschickt. Dort teilst du dem Finanzamt mit, ob du diese Regelung in Anspruch nehmen möchtest. Entscheidest du dich jedoch dagegen, bist du für fünf Jahre an diese Entscheidung gebunden. 

#4 Die Wahl der passenden Rechtsform.

Es gibt in Deutschland zahlreiche Rechtsformen, von Bekannten bis zu exotisch klingenden Rechtsformen ist alles dabei. 

Doch wenn du ein Online Business gründest, dann kommen dafür oft nur drei oder vier wirklich in die nähere Auswahl: Kleingewerbetreibende, Freiberufler, Gemeinschaft bürgerlichen Rechts (GbR), GmbH oder die die Unternehmergesellschaft (UG). 

Grundsätzlich kann zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterschieden werden. 

Kleingewerbetreibende und Freiberufler gehören zu den Einzelunternehmen. Die GbR ist eine Personengesellschaft. GmbH und UG gehören zu den Kapitalgesellschaften, wobei die UG nur eine besondere Form der GmbH ist, bei der du weniger Kapital zur Gründung benötigst. 

Eine sehr wichtige Entscheidung ist folgende: gründest du allein oder im Team. Über 80% aller Unternehmen werden übrigens von nur einer Person gegründet. Die beliebtesten Rechtsformen sind daher besonders für Online Business Gründer das Kleingewerbe oder die freiberufliche Tätigkeit. 

Pro Tipp: Verwechsle bitte nicht das Kleingewerbe mit der Kleinunternehmerregelung. 

Freiberufler können wissenschaftliche, unterrichtende, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten ausüben und sind meist als Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte, Heilpraktiker, Journalisten oder Ähnliches Tätig. Im §18 Einkommensteuergesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html) sind einige dieser Tätigkeiten aufgeführt.

Bietest du keine dieser freiberuflichen Tätigkeiten an, handelt es sich bei dir um eine gewerbliche Tätigkeit. Solltest du dir diesbezüglich unsicher sein, ist dein zuständiges Finanzamt der bester Ansprechpartner.

#5 So meldest du deine selbständige Tätigkeit an.

Ein eigenes Unternehmens zu gründen ist eine aufregende Sache. Und die reine Tätigkeit der Anmeldung ist nicht schwer. Zumindest wenn du keine Kapitalgesellschaft gründest. 

Folgendes solltest du dir merken: Wenn du eine gewerbliche Tätigkeit anmelden möchtest, dann musst du zum Gewerbeamt. Wenn du eine freiberufliche Tätigkeit anmelden möchtest, dann gehst du zum Finanzamt. In diesem Fall ist das Gewerbeamt nämlich nicht für dich zuständig.

Wenn du deine Hausaufgaben fleißig erledigt hast, dann hast du bereits alle Infos, die du für diesen Schritt benötigst. Du weißt ganz genau, was du anbieten möchtest, du weißt, ob du im Haupt- oder Nebenerwerb gründest und du kennst die passende Rechtsform für dich.

Beim Gewerbe- oder Finanzamt füllst du dann nur noch ein Formular aus, bezahlst eine Gebühr und fertig ist die Laube. Die Gebühr ist abhängig von deiner Stadt bzw. Gemeinde. Meist sind es 20-30 € die hierfür anfallen. 

Anschließend bekommst du Post vom Finanzamt in Form des steuerlichen Erfassungsbogens. Leider kommt es hier oft zu langen Verzögerungen. Manchmal flattert der Bogen schon ein paar Tage später in deinen Briefkasten. Manchmal dauert es 3 Monate. 

Der steuerliche Erfassungsbogen dient dem Finanzamt dazu weitere Informationen von dir abzufragen. Dazu gehören z.B. Umsatz- und Gewinnprognosen oder auch ob du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen willst. Nachdem du ihn ausgefüllt und wieder an das Finanzamt geschickt hast, bekommst du abschließend Post.

Du hast nun dein Unternehmen gegründet. Herzlichen Glückwunsch! 

Solltest du zu den wenigen Personen gehören, die eine GmbH oder UG zum Start gründen möchten, empfehle ich dir dringend einen Experten hinzuzuziehen. Hierfür sind ein paar mehr Schritte notwendig und du benötigst einen Notar. 

#6 Dein Körper ist dein Kapital. Das Thema der sozialen Absicherung.

Ein wichtiges Thema darf natürlich nicht fehlen: die soziale Absicherung. Dazu gehört besonders die Wahl der Krankenversicherung. 

Dieses Thema ist wirklich elementar wichtig. Du solltest es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gleichzeitig ist das Thema zu umfangreich, um es in diesem Rahmen auch nur halbwegs vollständig zu behandeln.

Mein wichtigster Tipp an dieser Stelle. Sprich mit deiner Krankenversicherung und lasse dich eventuell von einem Experten beraten. 

Solltest du nebenberuflich starten, bist du wahrscheinlich über deinen Haupterwerb weiterhin versichert. Dazu solltest du unbedingt mit deiner Krankenversicherung sprechen. Sie werden dir Formulare zum ausfüllen zuschicken. 

Wenn du dein Unternehmen im Haupterwerb gründest, dann hast du in den meisten Fällen die Qual der Wahl. Du kannst dich nun freiwillig gesetzlich oder privat versichern. 

Doch dies ist nicht mehr meine Expertise. Lass dich bitte umfassend beraten und triff eine Entscheidung nicht leichtfertig.

#7 Weitere relevante Institutionen.

Kommen wir auch schon zum letzten Schritt. Hier ist es wichtig dass du prüfst, welche weiteren Institutionen für dich zuständig sind. Gewerbetreibende sind z.B. in der IHK oder HWK Pflichtmitglied. Dafür fallen dann auch unterschiedliche Gebühren an. 

Eventuell gibt es auch weitere Kammern, Verbände etc. zu welchen du nun entweder automatisch gehörst oder welchen du freiwillig beitreten kannst. 

Über eine Google-Suche bekommst du meistens relativ schnell antworten.

Fazit

Ein Unternehmen zu gründen ist meistens nicht schwer. Auch wenn 1.000 Informationen hierzu auf dich einprasseln, so ist es doch kein Hexenwerk. Wenn du ein paar wichtige Dinge beachtest und dir grundlegendes Wissen vor dem Start aneignest, dann bist du gut vorbereitet. 

Diese 7 Schritte solltest du unbedingt beachten. Doch natürlich war das nur ein kleiner und grober Überblick. Der Teufel liegt bekanntlich im Detail und individuelle Fragen treten immer auf.

Wenn du dich rundherum auf deine Selbständigkeit vorbereiten und in diese und viel mehr Themen noch tiefer einsteigen willst, dann komm in unser Gründer-Bootcamp. Dort findest du nicht nur kompaktes, praktisches und leicht verständliches Wissen sondern bekommst auch Antworten auf all deine individuellen Fragen.

Dort lernst du in nur 7 Tagen alles was du brauchst, um dein Business entspannt und mit Plan zu gründen. 

Und das Beste: Es startet bereits im März. Näheres in Kürze.